Starkes Schwitzen ohne Grund – Hyperhidrose ist meist behandelbar

Frau schaut runter auf Schweißfleck
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    Schwitzen: Jeder tut es, keiner tut es gerne!
    Schwitzen ist bis zu einem gewissen Grad nicht nur normal, sondern auch gesund. Wenn aber plötzliche, unerklärliche Schweißausbrüche auftreten, kann auch eine Krankheit, nämlich Hyperhidrose, dahinterstecken. Über 4,5 Millionen Personen in Deutschland und Österreich sind von Hyperhidrose betroffen. Jede 10te Person glaubt, es sei nicht behandelbar. Die gute Nachricht: Hyperhidrose kann in der Regel behandelt werden.

    In diesem Artikel erfährst du, wann das Schwitzen selbst eine Krankheit sein kann, welche Symptome auftreten können und die neusten Forschungserkenntnisse zu den Behandlungsmöglichkeiten.

    Hyperhidrose: Die Krankheit hinter starkem Schwitzen

    Übermäßiges Schwitzen wird auch als Hyperhidrose bezeichnet. Über 4,5 Millionen Personen in Deutschland und Österreich sind von Hyperhidrose betroffen.
    Zur besseren Unterscheidung gliedern Mediziner die Hyperhidrose in zwei Formen:

    Primäre Hyperhidrose
    Sekundäre Hyperhidrose

    Welche Symptome gibt es bei primärer Hyperhidrose?

    Es gibt verschiedene Anzeichen, die für eine primäre Hyperhidrose u.a. typisch sind:

    • Häufig tritt das übermäßige Schwitzen erstmalig in der Pubertät oder noch vor dem 25. Lebensjahr auf
    • Das anfallsartige Schwitzen tritt über einen längeren Zeitraum und regelmäßig auf – das kann von einmal pro Woche bis mehrmals am Tag reichen
    • Betroffene schwitzen nicht nur bei Wärme oder körperlicher Anstrengung übermäßig viel, sondern auch in Ruhephasen, bei angenehmen Temperaturen oder schon bei kleinsten Gefühlsregungen

    Hyperhidrose: Betroffene berichtet von ihren Erfahrungen

    Seit der Pubertät leidet Nicole unter starkem Schwitzen unter den Armen. Anfangs war ihr nicht bewusst, dass sich dahinter die Krankheit Hyperhidrose verbergen kann. Im Laufe der Zeit hat sie jedoch den Mut gefasst, etwas zu unternehmen. Heute kann sie gut mit der Erkrankung leben. Ihr Rat an alle Betroffene: „Wartet gar nicht lange, geht direkt zum Arzt und lasst euch helfen!“

    Ihre ganze Geschichte erfährst du im Video:

    Abschrift: Nicoles Geschichte: Starkes Schwitzen unter den Armen seit der Pubertät

    Du hast den Eindruck, dass dein Schwitzen übermäßig oder krankhaft sein könnte?

    Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hyperhidrose?

    Wer an krankhaft übermäßigem Schwitzen leidet, hat häufig die Erfahrung gemacht, dass Hausmittel und herkömmliches Deo zur Behandlung einer primären Hyperhidrose keine Wirkung zeigen. In der Regel ist eine ärztlich verordnete Therapie nötig, um die vermehrte Schweißproduktion zu normalisieren.

    Man sollte mit Arzt oder Ärztin sprechen, denn die Hyperhidrose ist eine Krankheit, die heutzutage sehr gut behandelt werden kann.
    Man sollte mit Arzt oder Ärztin sprechen, denn die Hyperhidrose ist eine Krankheit, die heutzutage sehr gut behandelt werden kann.
    Prof. Dr. Daisy Kopera
    Leiterin Zentrum für Ästhetische Medizin an der Medizinischen Universität in Graz
    Prof. Dr. Daisy Kopera, Leiterin Zentrum für Ästhetische Medizin an der Medizinischen Universität in Graz

    Für die Behandlung von primärer Hyperhidrose gibt es verschiedene ärztliche Therapieoptionen – von lokal und äußerlich anwendbaren Medikamenten bis hin zu Operationen. In der folgenden Übersicht kannst du dir einen Überblick über die jeweiligen Behandlungsansätze verschaffen. Die Reihenfolge der Therapieansätze erfolgt chronologisch als Zeitstrahl nach Jahreszahl.

    2022: Creme mit anticholinergem Wirkstoff
    2015: Tabletten mit anticholinergem Wirkstoff
    2014: Wärmetherapie
    2003: Injektion von neurotoxischem Wirkstoff
    1990er-Jahre: Sympathektomie
    1987: Schweißdrüsenabsaugung
    1968: Leitungswasser-Iontophorese
    1963: Schweißdrüsenentfernung
    1903: Antitranspirante

    Welcher Arzt bei Hyperhidrose?

    Schätzungsweise 5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland und Österreich leiden an Hyperhidrose. Doch durchschnittlich nur jeder Dritte sucht den Kontakt zu einem Arzt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Hyperhidrose zu behandeln, den Leidensdruck zu verringern und so die Lebensqualität zu verbessern. Deshalb ist es ratsam, sich ärztliche Hilfe zu holen!

    Doch welcher Arzt kann bei starkem Schwitzen helfen? Tatsächlich gibt es verschiedene Fachrichtungen, die sich mit der Krankheit befassen.

    Allgemeinmedizin
    Dermatologie
    Telemedizin

    Noch auf der Suche nach dem passenden Ansprechpartner?

    Wie sag ich’s meinem Arzt?

    Besonders wichtig bei der Diagnose und Therapie ist die Frage, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Hyperhidrose handelt. Daher ist es wichtig, dass du deine Symptome möglichst genau beschreiben kannst.

    Wenn du dich fragst, wie du dem Arzt deine Beschwerden am besten schilderst, lautet die Antwort: So offen und ehrlich wie möglich. Du brauchst dich wegen deiner übermäßigen Schweißbildung nicht zu schämen. Ärzte sind in der Regel vertraut mit diesem Krankheitsbild!

    Hier findest du Unterstützung, wie du dich auf dein Arztgespräch vorbereiten kannst.